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Einige unserer bisherigen Projekte


Unsere Arbeit für Filmschaffende
Fritz Bauers Erbe - Die NS-Prozesse im Spiegel der Zeit
Ein Film der naked eye filmproduction
Der Film thematisiert die Frage, warum es Jahrzehnte gedauert hat, bis Fritz Bauers Rechtsauffassung bei deutschen Gerichten Einzug gefunden hat. Er vertrat die Position, dass ein verbrecherisches Regime auch deshalb funktionierte, weil es Menschen gab, die bereit waren, Schreckliches zu tun und über Mord hinwegzusehen. Ohne sie wären die Vernichtungslager nicht möglich gewesen. Dazu gehörte jeder, der dort Dienst tat, unabhängig davon, wo er in der Hierarchie stand und ob er selbst eine Tötungshandlung vollzogen hatte.

Diesem Ansatz folgt nun nach mehr als 40 Jahren auch die deutsche Justiz, die erstmals im Verfahren gegen John Demjanjuk 2011 auf dieser Basis eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord zu fünf Jahren Haft vornahm.
Blatt & Bild recherchierte für diesen Film Zeitungsartikel und Fotos für Einblendungen. Diese spiegeln die Reaktion der Öffentlichkeit in der Bundesrepublik auf die durchgeführten NS-Prozesse wider – von den Auschwitzprozessen in den 1960er Jahren mit Fritz Bauer als Generalstaatsanwalt bis zum letzten Prozess gegen Oskar Gröning- dem Buchhalter von Auschwitz- im Jahr 2015.
Genutzt wurden einschlägige Bildarchive wie Ullstein Bild, SZ-Photo und Picture Alliance. Hinzu kamen die Sammlungen von Gedenkstätten wie Neuengamme.
Ferner erfolgte die systematische Auswertung von Pressedatenbanken sowie die händische Durchsicht einschlägiger Zeitungen in den Beständen der Berliner Staatsbibliothek.  
 
Die Recherchen beinhalteten auch die Klärung der Nutzungsrechte.

zur Arte Mediathek
Die Nazis und das Geld
Ein Film von Gil Rabier
Juni 1940: Hitlers Panzertruppen erobern im Handstreich Holland, Belgien und Frankreich. Jedoch hat Deutschland keine finanziellen Mittel, wenig Rohstoffe, kein Öl und keine Devisen. Wie konnte es den Nazis gelingen, ohne Geld und nur gestützt auf eine schwache Wirtschaft, die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs auslösen?

Basierend auf den Forschungen einer neuen Generation von Historikern taucht dieser Film in das wirtschaftliche, industrielle und finanzielle Geflecht des Dritten Reiches ein. Dabei beleuchtet er insbesondere die in Vergessenheit geratenen historischen Schlüsselfiguren Hjalmar Schacht, Dr. Georg von Schnitzler, Fritz Sauckel und Erich Müller.

Der Film nutzt dafür 3 D-Animationen und einem neuartigen Umgang mit wenig genutzten Archivalien, um zu  illustrieren,  wie es den Nazis gelang, ihr rassistisches und gewaltdurchtränktes Gedankengut in allen Bereiche der deutschen Wirtschaft  zu verankern – von der Großindustrie  über die Landwirtschaft bis hin zum Kleingewerbe.

Die Nazis schufen damit ein Wirtschaftsmodell, dessen „Managementinstrumente“ Raub und Massenmord waren und das nur dem einen Ziel diente, Europa mit Krieg und Zerstörung zu überziehen.

Für die Animationen des Films beschaffte Blatt & Bild zahlreiche Originale deutschen Zeitungen, die in ihren Schlagzeilen die deutschen „Wirtschaftserfolge“ verkündeten. Ferner recherchierten wir im Bundesarchiv  technische Zeichnungen deutscher Panzer sowie Dokumente verschiedener Reichsministerien (Luftfahrt, Landwirtschaft, Finanzen, Wirtschaft) aus denen oftmals mit erschreckend kalter Verwaltungssprache und bloßen Statistiken, die menschenverachtende Ausbeutung insbesondere sowjetischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter hervorgeht.

Die Beziehungen zwischen Hitler und Stalin - der Pakt des Teufels
Ein Film von Michël Prazan
Der Regisseur Michaël Prazan dreht gemeinsam mit der Produktionsfirma Siècle Productions einen 90-minütigen Dokumentarfilm über das politische Beziehungsgeflecht zwischen Hitler und Stalin.  Der Film beleuchtet deren Verhältnis von den frühen dreißiger Jahren über die Zeit des Zweiten Weltkrieges bis hin zum Untergang Stalins 1953.
Der Film basiert ausschließlich auf Archivmaterial. Michaël Prazan benötigte unsere Hilfe bei der Suche nach Archivgut sowie historischem Bild- und Filmmaterial.
Wir haben hierzu umfangreiche Recherchen bei einschlägigen Bildagenturen wie Ullstein, Getty, SZ-Photo, Archiv für Kunst und Geschichte (AKG) und der Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (bpk) vorgenommen.
Darüber hinaus erfolgten Recherchen in den Beständen des Bundesarchivs und des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes.
Die meisten Fotos und Filmaufnahmen werden für diesen Film koloriert und mit moderner Softwaretechnologie durch Animationen zum Leben erweckt.
Der Dokumentarfilm soll Ende 2021 in ganz Frankreich zur Hauptsendezeit im Fernsehen ausgestrahlt werden.

Trailer "They liberated Paris"
Trailer "En France à l'heure allemande" ( Französisch)
Ils ont libéré ParisHistodoc, Paris
En France à l‘heure allemande
Filme von Serge de Sampigny

Für diese beiden Dokumentarfilme erfolgten Archivrecherchen zu Bild- und Filmdokumenten, Recherche nach Tagebuchaufzeichnungen (Bundesarchiv Berlin, Bundesarchiv Militärarchiv Freiburg/Breisgau, Bundesfilmarchiv Berlin, Tagebucharchiv Emmendingen).

Ferner wirkte Blatt & Bild an der Moderation und Übersetzung des Interviews  mit dem Zeitzeugen Timo von Cholitz, Sohn von Dietrich v. Cholitz (Wehrmachtsbefehlshaber von Paris im August 1944).  
 
 

Unsere Arbeit für Wissenschaftler*innen
Richard Travers, Macquarie University Sydney
German and Australian combat units in the Battle of Crete - Adversaries or brothers in arms?
Das Ziel dieser Dissertation ist es, die soziale Struktur des Fallschirmjägerregiments 2 der Luftwaffe und anderer militärischer Einheiten zu untersuchen, die an den Kämpfen bei Rethymnon auf Kreta im Mai 1941 beteiligt waren.

Es ist eine Arbeit über die deutschen und australischen Soldaten, die an der Schlacht beteiligt waren; es ist keine Geschichte der Schlacht. Im Mittelpunkt stehen die einfachen Soldaten, nicht die Generalität.

Blatt & Bild führte umfangreiche Recherchen zu Wehrstammbüchern und Erkennungsmarkenverzeichnissen im Bundesarchiv in Berlin durch. Durch die Auswertung der vielen verschiedenen Datenbanken des Bundesarchivs konnten wir die benötigten Unterlagen ausfindig machen.

"Danke, Corinna.  Ich schätze die Arbeit, die Sie leisten, sehr".
Richard Travers
British Library, Public Domain
Deutsches Historisches Institut Paris
Wo befanden sich deutsche und französische Dienststellen in Frankreich während der deutschen Besatzungszeit (1940-1945)? In einem groß angelegten Projekt des Deutschen Historischen Instituts Paris entstand über einen Zeitraum von vier Jahren eine interaktive Internet-Karte, die über eine Online-Abfrage über die verschiedenen Standorte Auskunft gibt.

Blatt & Bild war maßgeblich an der Entwicklung der Datenbank zur Erfassung der Daten und historischen Fotos sowie der Entwicklung eines Thesaurus beteiligt. Grundlage hierfür waren die deutschen Diensttelefonbücher und französischen Behördenverzeichnisse.
Prof. Dr. Claire Andrieu
Institut d’études politiques de Paris
Recherchen für Frau Prof. Dr. Claire Andrieu im Rahmen ihres Forschungsprojekts »Helpers et lyncheurs dans l’Europe allemande, 1940-1945«. Blatt- und Bild Archivrecherchen übernahm dazu Nachforschungen bei der ehemaligen Deutschen Dienststelle (WASt), deren Unterlagen am 1. Januar 2019 in das Bundesarchiv, Abteilung Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg, überführt wurden.

Ziel dieser personenbezogen Recherche war es, noch lebende Zeitzeugen zu ermitteln um die Frage zu klären, wie die Bevölkerung in verschiedenen europäischen Ländern auf Angehörige der Luftwaffe reagierten, wenn diese per Fallschirm abspringen oder notlanden mussten.

An diese Auswertung schloss sich ein Zeitzeugeninterview mit dem ehemaligen Flieger Joachim S. an, der 1944 im Großraum London abgeschossen wurde und mit dem Fallschirm notlanden musste. Als Dreiundzwanzigjähriger geriet er in britische Gefangenschaft.
Unsere Arbeit für Journalist*innen
Sabine Rau, Leiterin ARD-Studio Paris
Recherche für den französischen Widerstandskämpfer und KZ-Überlebenden Jacques Bloch
Hintergrund der Recherche
Jacques Bloch wurde 1924 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren. Im Februar 1944 schloss er sich der Résistance an, im Juni wurde er in Guéret (Département Creuse) bei Kämpfen mit deutschen Truppen so schwer verwundet, dass ihm ein Arm amputiert werden musste.
Jacques Bloch geriet in Haft. Im Gestapo-Gefängnis Montluçon, wurde er verhört und gefoltert. Die verbotene Hilfe eines deutschen Militärarztes rettete ihm das Leben. Für den Arzt jedoch führt seine Menschlichkeit zum Tod. Nachdem er die Anweisung gegeben hatte, Blochs Verwundung zu behandeln, ließen ihn die eigenen Leute verprügeln und richteten ihn dann vor den Augen Jacques Blochs hin.
Er erlebt das letzte Kriegsjahr zunächst im Gefängnis in Moulins, danach in Buchenwald. Auf dem Todesmarsch Richtung Tschechoslowakei gelingt ihm die Flucht.
Über 70 Jahre suchte er vergeblich – auch über den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes und im Bundesarchiv – nach dem Namen des Arztes, der ihm das Leben rettete. Da er den Namen des Deutschen nicht kennt, hofft er, über die Medien, darunter „Le Monde“ und die ARD, Angehörige zu finden. Sein Aufruf erhielt auch in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit.
Leider musste dieses Projekt eingestellt werden, weil die Archive aufgrund der Restriktionen durch das Coronavirus geschlossen wurden.

Durchgeführte Recherchen
Für diese Anfrage sichtete Blatt & Bild folgende Unterlagen:
  • Gräber- und Verlustunterlagen sowie Erkennungsmarkenverzeichnisse der ehemaligen Wehrmachtauskunftstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene
  • Akten der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg
  • Personalakten von Wehrmachtsangehörigen des Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg
Marie-Laure Le Foulon, Paris
Blatt & Bild hat die nebenstehenden Publikationen durch umfangreiche Recherchen unterstützt. Im Einzelnen waren dies Unterlagen folgender Archive:

  • The National Archives, Kew
  • Achives de la Préfecture de Police de Paris
  • Archives Départementales du Val-du-Marne für das Gefängnis Fresnes
  • Archives Arolsen, International Center on Nazi Persecution
  • Dokumentationszentrum des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück
Unsere Arbeit für Privatleute
Auszug aus einem Lazarettbuch
Deutsche Kriegslazarette in Belgien während des Ersten Weltkriegs
Yannick Van Lierde
Für den belgischen Lokalforscher Yannick Van Lierde analysierte Blatt & Bild die zahlreich überlieferten Krankenbücher des deutschen Kriegslazaretts in Geraardsbergen.

Die Krankenbücher enthalten detaillierte Angaben zu den dort behandelten Soldaten sowie ihren Erkrankungen und Verletzungen. Sie bieten damit die Grundlage für die von Herrn Van Lierde beabsichtigte sozialhistorische Forschung, das Schicksal dieser Soldaten nachzuzeichnen und sie aus der Anonymität herauszuholen.

''Nochmals vielen Dank für Ihre wertvolle Hilfe in diesem Fall''.
Yannick Van Lierde
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