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Dr. Corinna von List
Publikationen und Vorträge
Bücher
Um eine Veröffentlichung deutschen Ursprungs handelt es sich bei der ausgezeichneter Arbeit »Résistantes«. Das Erscheinen der Übersetzung der Dissertation in französischer Sprache rechtfertigt aber die Aufnahme in die vorliegende Miszelle. Corinna von List ist nicht die Erste, die sich diesem Thema widmet, sie liefert aber eine auf breites Quellenstudium sowohl in deutschen, britischen als auch französischen Archiven gestützte Synthese, und schließt in diesem Sinne eine Forschungslücke. Im Gegensatz zu vielen ihrer Vorgänger greift sie ganz bewusst nur bedingt auf Zeitzeugeninterviews zurück. Auf dieser Quellengrundlage untersucht sie die Biografien von 1604 Résistantes. Von List macht dabei drei Hauptmotive aus, die Frauen dazu bewegten in den Widerstand zu gehen: patriotische, politische und humanitär­religiöse Beweggründe. Damit unterscheiden sich die Widerständlerinnen in keiner Weise von ihren männlichen Kampfgenossen.

Auffallend ist dagegen der hohe Bildungsstand der Widerständlerinnen. Weit über 40 % hatten Abitur zu einer Zeit, als nur knapp sechs Prozent der Bevölkerung die Reifeprüfung ablegten. Von List beschreibt im Detail in welcher Form sich die Frauen in der Résistance engagierten. Kaum zu finden waren sie in den Kampfgruppen (0,5–0,6 %) und im Herzen der Spionagenetzwerke (2,5 %). Das heißt aber nicht, dass sie weniger dem Risiko der Entdeckung und des Todes ausgesetzt waren. Besonders gefährlich war die Arbeit als Funkerin – 47,6 % haben ihren Einsatz nicht überlebt. Die Unterstützung von Verfolgten oder alliierten Soldaten, bei der Frauen besonders oft aktiv waren, endete für 42,8 % tödlich.

Die sehr positivistische Arbeit ist eine Fundgrube, aus der sich sicher zukünftige Historiker der Résistance nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich reichlich bedienen werden. Klar und verständlich geschrieben ist das Buch – dessen französische Ausgabe demnächst in zweiter Auflage erscheinen wird – auch ein Plädoyer für den zivilen Widerstand und dessen starke Vernetzung mit dem militärischen.
Auszug aus dem Aufsatz von Steffen Prauser: Neueste Literatur zur französischen Résistance, in: Francia 41 (2014), S. 421-439.
Corinna von List hat die Publikation dieses Buches angeregt, bei dem es sich um eine ebenso faszinierende wie kaum bekannte Quelle der deutschen Besetzung von Paris handelt.

Am 15. Juli 1940 und damit nur einen Monat nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris, gaben die deutschen Militärbehörden das Stadtmagazin „Der deutsche Wegleiter“ heraus. Er erschien alle zwei Wochen und beinhaltete nicht nur das Kulturprogramm der Stadt (Theater, Kino, Oper und Museen), sondern regte auch dazu an, die Pariser Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Außerdem enthielt er Restaurant- und Einkauftipps und eine Sportberichterstattung.

Der Wegleiter, dessen letzte Ausgabe am 12. August 1944 erschien, war an allen Zeitungskiosken und in den großen Buchhandlungen für jedermann erhältlich - zum Preis von 30 Pfennig oder 6 Francs.
Aufsätze (Auswahl)
    • La prison d’Anrath en Rhénanie – un lieu de déportation inconnu à travers les dossiers de la justice militaire britannique, in: Femmes en déportation. Les déportées de répression dans les camps nazis, 1942-1945, Nanterre: Presse universitaire de Paris Nanterre 2019 Kaufen

    • Die Fluchthilfenetzwerke Marie-Claire und Marie-Odile - Zwei Gründerinnen, eine überlebte Geschichte, in: Francia 43 (2016) online abrufbar

    • Pearl Witherington, une agente franco-britannique au Special Operations executive, in: Actes du colloque « Journée national de la Résistance », Paris 2014

    • Eismann, Gaël; von List, Corinna: Les fonds des tribunaux allemands (1940-1945) conservés au BAVCC à Caen. De nouvelles sources et de nouveaux outils pour écrire l’histoire de la répression judiciaire allemande pendant la Seconde Guerre mondiale?, in: Francia 39 (2012) online abrufbar

    • Sous couvert de féminité. Trois domaines clés au sein des rouages civils de la Résistance: Les agentes de liaison, les secrétaires et l’hébergement, in: Francia 37 (2010) online abrufbar

    • Jugement au nom du peuple. Les risques encourus par les résistantes face aux justices allemande et française, in: Les Femmes et la Résistance en Belgique et dans la zone interdite, Villeneuve-d'Ascq 2008 online abrufbar

Vorträge (Auswahl)
    • La prison d’Anrath en Rhénanie. Un lieu de déportation inconnu, Colloque Femmes en déportation – 70e anniversaire de l’Association nationale des anciennes déportées et internées de la Résistance (ADIR), Université de Paris Ouest Nanterre la Défense (December 2015)
    • La France sous l’occupation. Un nouveau regard sur la France pendant la guerre, Paris, Musée Carnavalet (June 2014)
    • Femmes Résistantes. Journée nationale de la Résistance. Cérémonie en hommage aux sénatrices résistantes, Paris, Palais du Luxembourg (Mai 2014)
    • La répression judiciaire allemande à l’encontre des femmes résistantes en France occupée, Mémorial de Caen/Université de Caen (January 2014)
    • L’organisation des archives en Allemagne», Jahrestreffen des Réseau des musées et mémoriaux des conflits contemporains, organisiert vom Deutschen Historischen Institut Paris (January 2009)
    • In gefährlicher Mission. Frauen im Einsatz als Funkerinnen für die Résistance, BESETZT-BEFREIT-BEHERRSCHT. Besatzung und ihre Folgen. 12. Historikertreffen des Vereins Fantom e. V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Dienststellen (WASt), Berlin (October 2007)
    • Jugement au nom du peuple. Les risques encourus par les résistantes face aux justices allemande et française», Femmes et Résistance en Belgique et en zone interdite. Journée d’études, Université Lille III, Ville de Bondues (January 2006)

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