Journalismus - Blatt & Bild Archiv-Recherchen

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Journalistinnen | Journalisten
Sabine Rau, Leiterin ARD-Studio Paris
Recherche für den französischen Widerstandskämpfer und KZ-Überlebenden Jacques Bloch
Hintergrund der Recherche
Jacques Bloch wurde 1924 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren. Im Februar 1944 schloss er sich der Résistance an, im Juni wurde er in Guéret (Département Creuse) bei Kämpfen mit deutschen Truppen so schwer verwundet, dass ihm ein Arm amputiert werden musste.
Jacques Bloch geriet in Haft. Im Gestapo-Gefängnis Montluçon, wurde er verhört und gefoltert. Die verbotene Hilfe eines deutschen Militärarztes rettete ihm das Leben. Für den Arzt jedoch führt seine Menschlichkeit zum Tod. Nachdem er die Anweisung gegeben hatte, Blochs Verwundung zu behandeln, ließen ihn die eigenen Leute verprügeln und richteten ihn dann vor den Augen Jacques Blochs hin.
Er erlebt das letzte Kriegsjahr zunächst im Gefängnis in Moulins, danach in Buchenwald. Auf dem Todesmarsch Richtung Tschechoslowakei gelingt ihm die Flucht.
Über 70 Jahre suchte er vergeblich – auch über den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes und im Bundesarchiv – nach dem Namen des Arztes, der ihm das Leben rettete. Da er den Namen des Deutschen nicht kennt, hofft er, über die Medien, darunter „Le Monde“ und die ARD, Angehörige zu finden. Sein Aufruf erhielt auch in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit.
Die laufende Recherche
Für diese Anfrage sichtet Blatt- und Bild Archiv-Recherchen zurzeit folgende Unterlagen:
  • Gräber- und Verlustunterlagen sowie Erkennungsmarkenverzeichnisse der ehemaligen Wehrmachtauskunftstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene
  • Akten der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg
  • Personalakten von Wehrmachtsangehörigen des Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg


Marie-Laure Le Foulon, Paris
Archivrecherchen im britischen Nationalarchiv, den Beständen der Pariser Polizeipräfektur und den Archiven der Stadt Paris, dem Departement-Archiv Val-du-Marne (Gefängnis Fresnes), im Dokumentationszentrum des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück sowie beim International Tracing Service (ITS) für folgende Publikationen:

    • Lady Mensonges. Mary Lindell, fausse héroïne de la Résistance, Paris: Alma Editeur 2015
    • Le Procès de Ravensbrück. Germaine Tillion : de la vérité à la justice, Paris: Cherche Midi 2016


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