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Das Fluchthilfenetzwerk von Kate Bonnefous


Vom großbürgerlichen Paris ins Zuchthaus


Sie war Britin, die nach Frankreich geheiratet hatte und auf diesem Wege französische Staatsbürgerin wurde. Ihr britischer Hintergrund war sicherlich ausschlaggebend dafür, dass Kate Bonnefous sich im Sommer 1940 im  Alter von 54 Jahren entschied, in Frankreich versprengten britischen  Soldaten zur Flucht außer Landes zu verhelfen, um diese vor  Kriegsgefangenschaft in Deutschland zu bewahren.

Unterstützung fand sie  bei ihrer amerikanischen Freundin Etta Shiber.  Doch bereits wenige Monate später entdeckten die deutschen Besatzungsbehörden ihr Fluchthilfenetzwerk. Was folgte war Glück im  Unglück, wenngleich nicht minder hart: Der Feindbegünstigung angeklagt,  verurteilte das Gericht des Kommandanten von Groß-Paris sie zum Tode.

Auch wenn die Vollstreckung des Urteils im April 1941 vorläufig ausgesetzt und über ein Gnadengesuch bis 1944 nicht entschieden wurde, durchlitt  Kate Bonnefous verschiedene deutsche Zuchthäuser, begleitet von der  steten Angst einer plötzlichen Hinrichtung.  Erst 1945, als sowjetische Truppen das Zuchthaus Jauer auf dem Gebiet  des heutigen Polen befreiten, war das Martyrium Kate Bonnefous‘ beendet.  

Mehr Glück hatte Etta Shiber. Sie wurde im Mai 1942 an der französisch- spanischen Grenze gegen die deutsche Spionin Johanna Hoffmann  ausgetauscht.  

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